Ratgeber · Formate
Dateiformate und Abgabe: Vom Multitrack zum fertigen Master
Vom ersten Export bis zum DDP-Image: Welche Abtastrate, welche Bittiefe und welche Benennung wir brauchen, damit Ihre Mehrspuraufnahme ohne Rückfragen in den Mix und von dort ins Mastering gehen kann.

Warum das Format über den Ablauf entscheidet
Jedes Mix-Projekt beginnt mit einem Import. Kommen die Dateien konsolidiert, richtig benannt und in einem Format an, das wir ohne Umwandlung öffnen können, startet die Arbeit am Klang sofort. Kommen sie als lose Regionen mit Effekten, in drei verschiedenen Abtastraten und ohne Tempoangabe, geht der erste Vormittag für das Sortieren drauf, und die 7 Werktage je fünf Titel, die wir für den Mix planen, beginnen später. Dieser Leitfaden gilt für Aufnahmen aus Ihrem Proberaum oder Heimstudio ebenso wie für Sessions, die bei uns in der Burggasse entstanden sind.
Abtastrate und Bittiefe
Wir arbeiten intern mit der Abtastrate, in der die Aufnahme entstanden ist, und wandeln erst am Ende für das Zielformat. Bitte ändern Sie die Rate nicht nachträglich: Das bringt keinen Gewinn, nur eine zusätzliche Wandlung.
| Zweck | Abtastrate | Bittiefe | Dateiformat |
|---|---|---|---|
| Multitrack für den Mix | 44,1 oder 48 kHz, wie aufgenommen | 24 Bit | WAV oder AIFF |
| Mix-Abgabe ans Mastering | wie die Session | 24 Bit oder 32 Bit Float | WAV |
| Master für Streaming | 44,1 kHz | 24 Bit | WAV, FLAC auf Wunsch |
| Master für CD | 44,1 kHz | 16 Bit, gedithert | DDP-Image |
| Vinyl-Premaster | wie die Session | 24 Bit | WAV je Seite |
| Referenzen und Demos | beliebig | beliebig | MP3 genügt |
Konsolidierte Spuren ab 0:00
Die wichtigste Regel: Jede Spur wird vom Nullpunkt der Session bis zum Ende als eine durchgehende Datei exportiert, auch wenn sie erst im Refrain einsetzt. Nur so liegt alles in jeder DAW an derselben Stelle. Vor dem Export prüfen Sie bitte:
- Alle Spuren beginnen bei 0:00 und haben dieselbe Länge.
- Mute- und Solo-Zustände sind aufgehoben; stumm geschaltete Takes sind gelöscht oder absichtlich exportiert.
- Insert-Effekte sind ausgeschaltet, außer sie gehören zum Sound (Amp-Simulation, Vocal-Tuning); dann bitte zusätzlich eine trockene Version.
- Kein Limiter und kein Kompressor auf der Summe; Spitzen liegen deutlich unter 0 dBFS.
- Fades an Schnittstellen sind gesetzt, damit keine Knackser entstehen.
- Tempo, Taktart und Tonart stehen in einer kurzen Textdatei im Projektordner.
- Ein Rough-Mix als Stereo-WAV liegt bei, damit wir Ihre Vorstellung hören.
Dateien und Ordner benennen
Benennen Sie Dateien so, dass sie ohne Rückfrage sortierbar sind: Titelnummer, Titel, Instrument, bei Bedarf Mikrofon oder Take. Ein Beispiel: 03_Nordwind_Kick_In.wav, 03_Nordwind_Vox_Lead.wav, 03_Nordwind_Gtr_L_DI.wav. Umlaute und Sonderzeichen vermeiden, Leerzeichen durch Unterstriche ersetzen. Legen Sie je Titel einen Ordner an und darin die Textdatei mit Tempo und Hinweisen. Bei Aufnahmen aus unserem Haus liefern wir die Rohdateien binnen 2 Werktagen bereits in diesem Schema, damit Sie oder ein anderes Studio sofort weiterarbeiten können.
Was Sie nach dem Mix erhalten
Nach der Abnahme liefern wir den Mix als Stereo-WAV in 24 Bit in der Abtastrate der Session, ohne Limiter, mit Headroom für das Mastering. Bis zur Abnahme stehen zwei Korrekturrunden zur Verfügung, geregelt in den AGB. Auf Wunsch erhalten Sie für € 60 inkl. 20 % USt pro Titel Stems (etwa Drums, Bass, Gitarren, Keys, Vocals) oder eine Instrumental- beziehungsweise TV-Version ohne Leadgesang. Stems exportieren wir ebenfalls ab 0:00 und in gleicher Länge, damit sie summiert wieder den Mix ergeben.
Vom Mix zum Master: Headroom, DDP, ISRC
Für das Mastering brauchen wir den unlimitierten Mix, idealerweise als 24- oder 32-Bit-Float-WAV, und die endgültige Titelreihenfolge mit Pausenlängen. Wir messen Lautheit und True Peak, erstellen für CD ein DDP-Image mit CD-Text und betten ISRC-Codes ein, wenn Sie uns diese nennen. Für Vinyl erstellen wir ein Premaster je Seite mit abgestimmten Pegeln für € 45 inkl. 20 % USt pro Titel. Das Mastering dauert 3 Werktage und umfasst eine Korrekturrunde.
Lautheit je Plattform
Streaming-Dienste normalisieren die Wiedergabelautstärke. Ein Master, der deutlich lauter ist als der Zielwert, wird leiser gedreht und klingt dann nur flacher. Die folgenden Richtwerte dienen der Orientierung; die Plattformen ändern sie gelegentlich.
| Ziel | Integrierte Lautheit | True Peak |
|---|---|---|
| Spotify | etwa −14 LUFS | −1 dBTP |
| Apple Music | etwa −16 LUFS | −1 dBTP |
| YouTube | etwa −14 LUFS | −1 dBTP |
| Amazon Music, Tidal | etwa −14 LUFS | −1 dBTP |
| CD | keine Normalisierung, Genre entscheidet | −0,3 bis −1 dBTP |
| Vinyl | Pegel richtet sich nach der Seitenlänge | Premaster ohne Limiter |
Übergabe und Archiv
Laden Sie den Projektordner als ZIP in den Cloud-Speicher Ihrer Wahl und schicken Sie uns den Link über das Kontaktformular oder per E-Mail; Festplatten können Sie auch in der Burggasse 95 abgeben. Wir bestätigen den Eingang binnen 1 Werktag. Alle Projekte bleiben 12 Monate bei uns archiviert, danach löschen wir sie. Wem die fertigen Dateien gehören und wann die Rechte übergehen, erklärt der Leitfaden Rechte am Master.
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